Rasen Sie noch oder machen Sie auch mal Rast?

Hier ein Ziehen, dort ein Druck und dann funktioniert das Knie auch nicht so wie es soll. Und am Wochenende dieses Gefühl von Erschöpfung, das Unwohlsein, die Kopfschmerzen. Völlig energielos.

Kennen Sie das?

Schnell kommen wir dann zu dem Schluss, unser eigener Körper arbeitet gegen uns.

Was, wenn es ganz anders wäre. Was, wenn der Körper mit aller Kraft versucht mit uns gemeinsame Sache zu machen. Gunther Schmidt, der Leiter der bekannten Systelios Klinik und anerkannter Hypnotherapeut kommt zu einem anderen Schluss. Er sieht die körperlichen und oftmals auch die psychischen Symptome als kleine oder große Hinweisschilder in eine gesündere Richtung.

Und diese Ansicht teile ich. Unser Körper arbeitet für uns. Er gibt sein Bestes. Und dass gelingt im besonders gut, wenn wir ihm im Tagesverlauf mal unsere Aufmerksamkeit schenken. Uns mit ihm verbinden und gemeinsame Sache mit ihm machen.

Um es anders zu formulieren: Der Körper liebt es, wenn wir präsent sind. Wenn wir uns ihm zuwenden. Wahrnehmen, was gerade ist und was er braucht. Er liebt es, wenn wir unser Yoga- oder unsere Atemübungen in wohlwollender Aufmerksamkeit mit ihm durchführen.

Und wenn wir den Leistungsgedanken einfach mal außen vor lassen. Wenn wir mal nicht nur mit ihm kommunizieren, um  irgendetwas zu trainieren oder zu verbessern. Erlauben wir uns doch mal, dass sich Genuss einstellen darf. Genuss auf körperlicher Ebene, der nichts mit Essen zu tun hat. Der uns aber auf einer tiefen seelischen Ebene wohlig satt werden lässt.

Es ist ein solches Geschenk in Verbindung mit dem Körper zu leben. Wir beginnen wieder zu Spüren und zu Fühlen. Die Welt wird bunter, die Schmerzen an den ein oder anderen Stellen vielleicht weniger.

Aber das war noch nicht alles. Sind wir in Verbindung mit unserem Körper und nehmen die Arbeit unseres Nervensystems wahr, bekommen wir viele Gestaltungsmöglichkeiten. Wir beginnen über die Signale unseres Nervensystems zu spüren, wann Überlastung beginnt und wie lange sie andauert.

Und nicht nur das. Wir bekommen Möglichkeiten – Pause zu machen, das System runter zu fahren. Eine Atemübung, eine Yogaübung durchzuführen, in die Regeneration zu kommen, aufzuatmen und aufzutanken. Und dann können wir mit aufgefülltem Tank weiter machen.

Einige von uns sind zu gnadenlosen Rasern geworden, die selbst mit leerem Tank noch 220 fahren. Die Warnleuchte hat schon vor etlichen Tagen, Monaten erst grün, dann rot angezeigt. Ein Auto bleibt einfach stehen, unser Körper erstmal nicht.

Er leistet weiter, obwohl sein Tank leer ist, obwohl seine Energie verbraucht ist. Lange Zeit. Dann kommen die ersten Signale. Oftmals erst leise, dann deutlicher. Aber immer in unserem Sinne. Für uns, nicht gegen uns.

Denn seine wichtigste Aufgabe ist es, unser Überleben zu sichern.

 

 

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