Gesundheitselixier Beziehung

Wenn es um Gesundheit geht beschäftigen wir uns nach wie vor mit den Themen Ernährung und Fitness. Leider lassen wir einen übergeordneten Schlüsselfaktor,  der über die gesamte Lebensspanne hinweg über Gesundheit und Krankheit entscheidet, außer acht:

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Die Beziehungen zwischen Menschen und die Art und Weise wie zwischenmenschliche Kontakte gelebt und erlebt werden.

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Was mühen wir uns ab, wenn es um unsere Fitness geht, wenn es um Muskelaufbau und Kardio-Training geht. Was lassen wir uns nicht alles einfallen, um uns noch gesünder zu ernähren.

Seien wir mal ehrlich, wenn es um die Frage geht, welche Qualitäten es bräuchte, um gelingende Beziehungen zu leben oder besonders in beruflichen Kontexten eine gesunde Beziehungskultur aufzubauen, sind wir doch ziemlich unterbesetzt.

Wir können unsere Herzen nicht nur durch Kardio Training stärken, sondern auch durch die Bereitschaft zur gemeinsamen Freude, zum Berührt- und Bewegt werden. Eine Art inneres Kardio Training. Was bewegt mich innerlich? Was öffnet mein Herz? Und wie schenke ich mir innere Wärme?

Die Beziehung als Schlüsselfaktor für Gesundheit ist allerdings nicht zu verachten:

EPIDEMIOLOGISCHE STUDIEN LASSEN DAVON AUSGEHEN, dass die Einbettung in familiäre, soziokulturelle und spirituell-religiöse Kontexte die durchschnittliche Lebenserwartung um bis zu 20 Jahre ansteigen lässt. Sogenannte »Caregiver«, die jahrelang unter emotional belastenden Bedingungen einen chronisch schwer kranken Angehörigen pflegen, weisen einschlägigen Studien zufolge eine bis zu 20 Jahre geringere Lebenserwartung auf.”

aus www.psychoneuroimmunologiekongress.at / 3. PNI Kongress – Psychoneuroimmunolgie im Lauf des Lebens

Die Studien belegen, hier muss ein gewichtiger Faktor am Werk sein, wenn es um Antworten auf die Frage geht, wovon gesundes Leben abhängt. In den vielen unterschiedlichen Untersuchungen wird immer deutlicher, dass Beziehungen wirken. Dass menschliche Interaktionen nicht nur psychische, sondern auch physiologische Reaktionen auslösen.

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In meinen Fortbildungen, sage ich nach einem wertschätzenden Miteinander oft zum Spaß:

“Zack, das war Medizin.”

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So schnell und so einfach ist es denn doch nicht. Aber wir sind soweit, dass wir gute, unterstützende und wertschätzende Beziehungen als wirkliches Gesundheitselixier bezeichnen dürfen.

Ich habe lange Jahre im Bereich der Beratung von sexualisierter Gewalt gearbeitet. Und wir wissen mittlerweile alle, dass Gewalt krank macht. Jetzt ist es an der Zeit, ganz genau zu schauen, was im Miteinander gesund macht.

Welche Qualitäten müssen Beziehungsangebote, auch im beruflichen Kontext haben, um unser Nerven und auch unser Immunsystem zu stärken?

Und lassen Sie uns den Blick weiten und schauen, wovon beide Seiten, in pädagogischen und psychosozialen oder medizinischen Kontexten, provitieren.

Wenn wir helfende Arbeit derart beschleunigen, wie wir es derzeit tun, müssen wir uns über Erschöpfungsphänomene nicht wundern. Schauen wir uns an, was an Beziehung wirkt, so ist es die gelingene Interaktion, das – Gesehen, Gehört und Gespürt werden. Und das gilt für beide Seiten. Für Hilfesuchende und für Helfer, Berater oder Pädagogen.

Helfer, Pfleger, Ärzte und Pädagogen sind in der Regel Menschen, die gerne geben. Was Sie neben einer guten Resilienz brauchen sind Arbeitsstrukturen, die ihnen Zeit lassen für menschliche Interaktionen. Zeit, um aus dem Funktionsmodus aussteigen zu können und offen  für Menschliches zu sein.

Zeit, um das Miteinander wirklich wahrzunehmen. Zeit für Gespräche. Zeit um feinfühlig zu bleiben. Und auch Zeit um die Dankbarkeit zu kosten. Das ist es, was helfende Arbeit auch ausmacht. Das ist das Gesundheitselixier Beziehung für helfende Berufsgruppen.

Jetzt, inmitten der Pandemie ist vieles von dem nicht möglich. Aber Corona zeigt uns, wie nichts anderes, wie sehr wir aufeinander angewiesen sind. Mein Atem ist dein Atem.

Darüberhinaus weist uns Corona auf unsere Schwachstellen. Die Pandemie zeigt uns unerbittlich, wo wir die Wege der Menschlichkeit verlassen, wo wir Menschen, Tiere und Natur ausbeuten und wie hoch der Preis dafür ist.

Was wenn wir nicht kostenorientiert, sondern beziehungsorientiert denken, fühlen und planen würden? Vermutlich würden die Kosten in dem einen Teil des Gesundheitswesens steigen und seien Sie sich gewiss, es gebe im Bereich der Erschöpfung, der Depressionen, der Herz-Kreislauf Erkrankungen deutliche Einsparungen.

All das ist der Hintergrund meiner Angebote. All das ist der Hintergund von ” beziehungs-weise-gesund”. Ich finde, wir Menschen haben ein Recht auf dieses wertvolle Wissen zum Thema Gesundheit.

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