Haben wir auf der Arbeit eine Seele?

Schnell, besser heute als morgen. Noch mehr Arbeit in noch kürzerer Zeit. noch weniger Mitarbeiter. Oftmals wird es richtig eng.

Angespannt, gestresst und oftmals unruhig arbeiten wir so vor uns hin, leben wir unser Leben. Und gönnen uns immer weniger Zeit.

Es gibt kaum Momente, in denen nichts geschieht, in denen Ruhe eintritt, in denen wir uns Raum lassen, um einfach mal nur zu atmen. Wir gönnen uns diese Zeiten kaum außerhalb der Arbeitswelt, aber schon gar nicht inmitten unserer Arbeitswelt.

In meinen Fortbildungen für Pädagogen höre ich oft: Wie soll das gehen? Wo soll ich diese Zeit hernehmen? Ich kann mir einfach keine kleine Auszeit gönnen.

Aber wie soll das gehen, gerade in sozialen, medizinischen oder pädagogischen Kontexten. Wie wollen wir wirklich mit Herz und Seele da sein für andere Menschen, wenn wir uns selbst abhanden kommen. Wie wollen wir ohne innere Anwesenheit heilsam oder förderlich für andere Menschen sein?

Aber das Leben zeigt, es geht. Irgendwie und mit immer größeren Reibungsverlusten.

Wenn wir unserer Seele nicht genügend Zeit lassen, macht sie sich oftmals bemerkbar. Häufig schickt sie den Körper voran. Hier ein Ziehen, da ein Schmerz. Der Rücken, der Kopf oder auch seit langem schon der Magen.

Hören wir hin. Hören wir uns selber zu. Nehmen wir wieder Kontakt zu unserem Inneren auf.

 

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Die Seele muss verdauen können. Dazu brauchen wir ungestörte Zeiten.

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Nicht erst nach der Arbeit, sondern mitten drin. Immer mal zwischendurch. Das ist gerade in den oben genannten Arbeitsbereichen wichtig, weil dort oftmals sehr resonanzfähige Menschen arbeiten. Menschen, die ganz viel Schicksal von den ihnen anvertrauten Menschen mitbekommen. Das will verarbeitet und wirklich verdaut werden.

Schaffen wir Arbeitswelten, die uns Zeiträume lassen, die uns Atemräume lassen.

Schaffen wir auch innere Instanzen in uns, die uns wohlwollender zusprechen:

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“Mach doch langsam. Lass dir Zeit. Du darfst die Dinge ruhiger angehen. Werde ruhiger. Werde wesentlicher.”

(M. Titschinger, Auf die Seele hören)

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Schon beim Lesen der Sätze bemerke ich, wie sich mein Körper entspannt und meine Seele sich im Hintergrund die Hände vor Freude reibt.

So könnte es gehen. So könnte es gut gehen. Lassen Sie uns unsere inneren und unsere äußeren Arbeitswelten neu gestalten.

Passender. Gesünder. Menschlicher.

 

 

 

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