Entspann dich mal! Komm runter!

Entspann dich doch mal! Lass doch mal los!

Vielleicht kennen Sie diese oftmals wirklich gut gemeinten Ratschläge aus Ihrem privaten Umfeld. Was aber, wenn es nicht möglich ist?

Entspannung ist das Zauberwort mit dem wir aus dem Stress herausfinden sollen. Stress, gleich welcher Art führt uns immer in die Anspannung, weil er uns in unsere Schutzmechanismen führt. Sprich er bereitet uns auf mögliche Kampf- oder Fluchtreaktionen vor. Und dazu ist die Muskelanspannung wesentliche Voraussetzung.

Der Körper arbeitet also für uns, nicht gegen uns. Denn er antwortet nur auf eine als “gefährlich” wahrgenommene Situation. Unser Nervensstem ist es, das auch aufgrund früherer Erlebnisse entscheidet, was für uns gefährlich und was für uns sicher ist.

Leider lösen ganz viele unserer Alltagsreize unsere Stressreaktion aus und führen uns in die Anspannung. Und Anspannung fühlt sich nicht angenehm an. Wir tragen eine “innere Ladung” mit uns herum.

Bleiben wir über längere Zeit in der Stressreaktion, wie oftmals mitten in einer Krise, bei zu hoher Arbeitsbelastung oder inneren hohen Erwartungen an sich selbst, nehmen wir den Grad unser Anspannung nicht mehr wahr. Wir bemerken langfristig dann körperliche Symptome, wie etwas Verspannungen, Kopfschmerzen oder Rückenprobleme.

Was hilft?

Wenn Sie in hoher Anspannung sind ist es für Sie fast unmöglich von hier auf jetzt in die Entspannung zu kommen. Ihr Nervensystem lässt das nicht zu, da es weiterhin auf Gefahr eingestellt ist. Das erstmal wahrzunehmen ist wesentlich und oftmals schon eine kleine Entlastung.

Ich z. B. bin im Zahnarztstuhl, aufgrund schlechter Erfahrungen, immer erstmal in absoluter Hochspannung. Ich werde fast starr vor Angst. Dementsprechend bleibt mir der Atem fast aus. Mittlerweile habe ich Möglichkeiten zu überprüfen, ob die Meldung -höchste Gefahrenstufe- von meinem Nervensystem der Realität entspricht.

In der Regel gelingt es mir mein Nervensystem zu beruhigen(Selbstregulation). Ich rede ihm und mir gut zu. Lausche auf die freundlichen Worte des Zahnarztes und nehme den warmen Stimmklang wahr. Gleichzeitig visualisiere ich mir meinen Lieblingsbaum auf einer großen Wiese. Mein Nervensystem hält diese visualisierte Situation für sicher, reagiert darauf und fährt meine Anspannung langsam herunter.

Das war, Sie können es sich denken, ein Übungsweg.

Sie können versuchen Kontakt zu Ihrem Körper aufzunehmen und diesem Sicherheitssignale anzubieten:

  • Nehmen Sie zuerst den Boden unter Ihren Füßen wahr. Gehen sie dabei in Bewegung und versuchen sie mal mit den Füßen Schlittschuh zu laufen. Oder Sie machen Schritte und lassen dabei die Füße auf dem Boden. Sie heben sie nicht ab. Wie damals als Kind, als sie Lokomotive gespielt haben.

 

  • Klopfen Sie mit der Hand Ihren Körper ab. Fangen Sie bei den Armen an, gehen sie vorsichtig über die Seiten bis zu den Beinen und Füßen hinunter. Machen Sie zwei bis drei Durchgänge. Danach spüren Sie nach. Hat sich im Körper etwas verändert? Sind Sie vielleicht etwas präsenter geworden.

 

  • Oder Sie stehen mit beiden Füßen auf dem Boden und Schütteln sich langsam aus, in dem sie die Fersen immer wieder etwas, mit weichen Knien, heben und senken.

 

Erstmal geht es nicht darum etwas zu bewirken, sondern wieder etwas empfänglicher für die Sprache des Körpers zu werden. Was tut gut? Wobei fühlt sich mein Körper wohl? Was mag er nicht?

Das allerwichtigste, was ich Ihnen in diesem Beitrag mitgeben möchte ist – Es geht nicht um die Entspannung, die fehlt. Vielmehr geht es um das “Gefühl von Sicherheit”, dass unser Nervensystem braucht, um uns von ganz allein in die Entspannung zu führen.

Manchmal sind die kleinen, unangestrengten Körperübungen, Signale der Sicherheit. Und manchmal braucht es auch andere Signale. Das lässt sich nur individuelle herausfinden.

Grundsätzlich lässt sich sagen, wäre es für uns alle hilfreicher nicht der Entspannung nachzulaufen sondern die Gefühle von Sicherheit zu verstärken.

Der Körper ist uns dabei oftmals ein hilfreicher Begleiter, wenn wir auf die Suche nach unserer gefühlten Sicherheit gehen.

 

 

 

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