Eigene Grenzen wahrnehmen und setzen

Grenzen setzen ist für viele Menschen ein wichtiges Thema. Dieses “Stop, hier ist meine Grenze” kommt uns nicht einfach über die Lippen.

Einerseits hat dies mit inneren Ängsten zu tun. Manchmal glauben wir, wir werden abgelehnt oder fallen gelassen, wenn wir die Wünsche und Vorstellungen anderer nicht erfüllen.

Andererseits hat das Grenzen setzen – und das soll heute mein Thema in diesem Blog sein – viel mit der körperlichen Wahrnehmung von Grenzen zu tun.

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Wie wollen wir Grenzen setzen, wenn wir sie weder wahrnehmen, noch spüren können.

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Grenzen werden immer auch körperlich erlebt. In der frühen entwicklung gestalten sich Körpergrenzen über den Kontakt zwischen Mutter und Kind. Schon hier können Mütter oder nahe Bezugspersonen viel dafür tun, dass das Kind im Laufe seiner Entwicklung über das Gefühl von Grenze verfügt.

Überstimulierung zeigen bereits Säuglinge sehr deutlich durch das Abwenden des Kopfes oder des Körpers an. Die Regulation von “zuviel” ,”zu wenig” und Stimmigkeit ist in unserer Biologie angelegt. Erfahren wir als Kind feinfühlige Betreuung entwickeln wir ein Gespür dafür, das uns ein Leben lang begleiten wird und eine gute Basis für unsere Gesundheit und unsere Beziehungsqualitäten darstellt.

Werden die frühen Grenzen im Kontakt nicht geachtet, fällt es uns im späteren Verlauf unserer Entwicklung schwerer die eigenen Grenzen überhaupt wahrzunehmen und damit auch zu setzen. Wir entwicklen eine Tendenz dazu später auch selbst über unsere Grenzen zu gehen.

Deshalb biete ich in meinem Coaching und in meinen Fortbildungen immer wahrnehmungsorientierte Bewegungssequenzen an. Hierbei geht es darum wieder mehr ins Spüren zu kommen, in den Kontakt mit den Signalen des Körpers. Es geht um die Wahrnehmung des Körperinnenraumes.

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Feine Anspannungen, eine flachere Atmung oder Druckgefühle im Hals oder im Bauch machen uns aufmerksam. Achtung, nachspüren.

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Gute Körperwahrnehmungsübungen für die eigenen Grenzen sind der Kontakt zum Boden, das wahrnehmende Abklopfen des Körpers, ebenso wie das Spüren des intimen und persönlichen Raumes.

Mein Vorschlag ist, lassen sie uns weniger darüber reden, wie wir Grenzen formulieren, lassen Sie uns wieder in die Körperwahrnehmung kommen. Der Körper ist ihr “Reich, ihr Zuhause”. Von hier aus bestimmen Sie ihre Grenzen.

Und eine Grenze zu setzen heißt nichts anderes als der eigenen Wahrnehmung zu vertrauen und dieser ein Ja zu schenken.

Hier ist meine Grenze, wenn ich darüber gehe ist es nicht mehr gut für mich. So ist es, in diesem Moment. Und morgen ist es vielleicht wieder anders, oder in einer halben Stunde.

Die Achtsamkeit ist ausgesprochen hilfreich, wenn es um das Wiederbeleben der eigenen Grenzen geht. Lädt sie uns doch dazu ein, wahrzunehmen was ist, ohne es zu bewerten.

 

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