Wie Erschöpfung funktioniert

Jeder von uns kennt diesen Zustand. Man fühlt sich müde, matt, erschöpft. Das Leben fühlt sich grau und fahl an. Die Freude ist irgendwie abhanden gekommen, vielleicht sogar der Sinn des ganzen Strebens.

Die Professorin Marie Asberg, die am Stockholmer Karolinska-Institut zum Thema Burn Out arbeitete hat ein eindrückliches Bild entworfen, mit dem sie erklärt, wie wir in Erschöpfungszustände hineingeraten. Das Schöne an dem Bild ist, es zeigt auch sehr deutlich, was es braucht um wieder in die Energie zu kommen.

Nun zu dem Bild. Marie Asberg beschreibt den Vorgang der Erschöpfung mit dem Bild eines Trichters, der oben weit und unten sehr eng ist. Auf der oberen Ebene, der Weite befinden wir uns in einem ausgeglichenen Zustand von Lebensherausforderungen und genügend Vitalität und Energie um diese gut und freudvoll zu bewältigen.

Bleibt der Stress weiterhin bestehen verengt sich oftmals unser Blick, so wie in einem Trichter, der immer enger wird. Wir vernachlässigen all die Dinge, die uns nähren und uns Energie spenden zugunsten des Arbeitspensums, das wir ja bewältigen wollen. Das heißt, wir beginnen damit mehr Energie auszugeben, als wir einnehmen.

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Wir verzichten in anhaltenden Stressphasen genau auf die Dinge,

die uns seelisch nähren und stärken.

Dinge, die uns Energie schenken.

Und es fällt uns nicht mal auf.

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Mit der Zeit, wenn es -um im Bild des Trichters zu bleiben- immer enger wird, gesellt sich das ein oder andere Symptom dazu. Häufig zeigt sich ein gestörter Schlaf, zunehmende Müdigkeit, Reizbarkeit und eine Vielzahl unerklärbarer körperlicher Beschwerden. Ganz unten im Trichter angekommen haben wir es mit Freudlosigkeit, vielleicht sogar mit Hoffnungslosigkeit zu tun. Die Erschöpfung ist da.

Die Erschöpfung entsteht also durch die alleinige Konzentration auf die Lösung der anstehenden Probleme. Die Dinge, die uns nähren, die uns aufbauen und stärken, unsere Hobbies, unsere sozialen Kontakte werden als nicht effektiv abgetan.

Wir können als Einzelpersonen in die Erschöpfung geraten, aber nicht selten geraten ganze Teams in diese Zustände. Und es ist zutiefst menschlich in einen solchen Zustand zu geraten. Wir wollen gut sein, wir wollen unser Bestes geben und manchmal verführen uns alte erlernte Muster auf einen ungesunden und für alle schädlichen Weg.

Der Weg aus der Erschöpfung führt uns in dem Trichter nach oben, führt uns zurück in die Weite. Der Blick darf sich, so schwer es anfänglich auch fällt, wieder auf das richten, was uns stärkt, was uns gut tut.

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Der erste Schritt von ganz unten nach oben,

ist die ehrliche Wahrnehmung dessen, was ist.

Und die Erkenntnis, so nicht weiter.

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Die Verordnung lautet also, egal wie viel Stress es gibt, achten Sie auf all die Dinge, die Sie stärken und nähren. Alleine oder als Team.

Gehen Sie in Kontakt, sprechen Sie Ihre Überlastung aus. Holen Sie sich Unterstützung oder Begleitung, um gemeinsam den Weg nach oben zu nehmen, in die Weite, in die Energie, in die Klarheit, in die Handlungsfähigkeit, in die Gesundheit, in die Lebensfreude.

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